Biker bremsen sich auf die haarsträubensten Arten aus

0

Bier in der Trinkflasche oder Magerkuren: Biker bremsen sich auf die haarsträubensten Arten aus

ABNEHMEN

Der Spiegel ist manchmal unbarmherzig. Kaum tapern Sie aus der Dusche, steht Ihr Ebenbild  schlaff vor Ihnen: Oie Wampe hängt und von gestählten Beinen keine Spur. Klar, es wird Zeit für eine Diät, denken Sie und kasteien sich die Pfunde weg. Je schneller desto besser. Zusätzlich schwitzen Sie wie Rocky die Fettrolle in der Sauna weg. Dass Sie Ihrem Körper damit keinen Gefallen tun, merken Sie spätestens am ersten Anstieg. Anstatt grazil im Wiegetritt hinaufzustürmen, ächzen Sie auf dem kleinen Ritzel. Also, Rolle rückwärts: Wenn Sie abnehmen wollen, dann mit Köpfchen. Grundsätzlich gilt: Ein halbes Kilo in der Woche sollten Sie verlieren. Reduzieren Sie dabei Ihre Nahrung langsam und trainieren Sie mehr. Das heißt nicht, dass Sie vor langen Trainingseinheiten nichts essen oder trinken. Wer mehr als vier Stunden vor seinem Training die letzte Mahlzeit eingenommen hat, erhöht sein Verletzungsrisiko. Zudem sollten Sie auf Spurensuche gehen: Wo essen Sie falsch und was? Manchmal ist es schon mit dem Weglassen der abendlichen Chipstüte getan. Und verlassen Sie sich nicht auf die angepriesenen Wundermittel.
Letztlich sorgen ein guter Trainingsplan und eine abgestimmte Ernährung für bessere Resultate. Damit verlieren Sie das ungewollte Hüftgold.

ZU WENIG KOHLENHYDRATE

In der einschlägigen Diät-Literatur haben Kohlenhydrate einen schweren Stand. Doch für Sportler sind sie unabdingbar. Wer ohne diesen Treibstoff startet, wird schnell erschöpft aufgeben und sich mit Zuckerzeug mästen. So ist es richtig: Etwa drei Stunden vor dem Sport sollten Sie eine kohlenhydratreiche, fettarme Mahlzeit zu sich nehmen. Fettarm, weil die Nahrung sonst zu lange im Magen verweilt. Essen Sie aber nicht unmittelbar vor dem Sport, sonst droht Sodbrennen, und außerdem ist zu viel Blut im Verdauungstrakt, das dann für die Versorgung der Muskulatur fehlt. Auf einer intensiven Tour reichen die Glykogen-Vorräte im Muskel für etwa anderthalb Stunden. Wer länger Sport treibt, muss nachtanken – mit Riegeln, Bananen oder Trockenfrüchten.

ZU WENIG TRINKEN

Ein Klassiker unter den Fehlern, der bei jedem Marathon zu sehen ist. Schon ein Wasserverlust von zwei Prozent senkt Ihre Ausdauerleistung, bei fünf Prozent bekommen Sie Krämpfe, die Herzfrequenz steigt, es kann zu Übelkeit kommen. Was passiert: Oie Blutflüssigkeit dickt ein, was zuerst die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt und sich dann sehr schnell auf Koordination und Muskelkraft auswirkt. Wenn ein 75 Kilo schwerer Mensch 1,5 Liter Wasser ausgeschwitzt hat, geht es mit der Ausdauer bergab und zwar rapide. Das sollten Sie beachten: Füllen Sie Ihre Flüssigkeitsspeicher schon an den Tagen vor einem Rennen oder Training auf. Zwei Liter sind Pflicht, drei weitaus besser. Trinken Sie Saftschorlen oder Mineralwasser. Auf der Tour selbst reifen Sie alle 15 Minuten nach der Trinkflasche und trinken Sie zirka 200 ml. Wer sichergehen möchte, dass er die richtigen Inhaltsstoffe bekommt, kann sich einen Mineral-Drink besorgen.

FALSCHES TIMING

Schnell noch eine Tasse Kaffee, dann ab zur Arbeit. In der Mittagspause ein belegtes Brötchen und Abends die saftige Pizza – als Belohnung. Kennen Sie das? Wenn der Tag mal wieder hektisch vorbeizieht und Sie wenig Zeit hatten, auf Ihre Ernährung zu achten. Wer so lebt, der wird in kürzester Zeit ansetzen. Dabei zeigen Studien, dass es sich lohnt, etwas auf seine Ernährung zu achten – auch unter Stress. Idealerweise starten Sie den Tag mit einem großen, kohlenhydratreichen Frühstück (etwa Müsli). Am Mittag folgt ein nicht zu fettes Mittagsmahl – versuchen Sie es mit  Reisgerichten. Oie abendliche Mahlzeit sollte kohlenhydratarm und eiweißbetont sein – am besten vor 18 Uhr.

VITAMIN UND MINERALSTOFF MANGEL

Zucken die Muskeln mal wieder oder jagt Sie ein Krampf aus dem Schlaf? Das klingt nach Mineralstoffmangel. Besonders Sportler neigen zu diesen Mangelerscheinungen. Der Grund: Ober die Schweißverluste verlieren Sie Mineralien und Vitamine. Doch anstatt sich gleich mit Pülverchen einzustellen, sollten Sie Ihr Nahrungsspektrum überprüfen und sich folgende Fragen stellen: Esse ich abwechslungsreich und vollwertig? Sind fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich enthalten? Besonders Obst und Gemüse liefern nicht nur lebenswichtige Vitamine, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die die Wirkung der Vitamine unterstützen. Als Biker sollten Sie sich ausgewogen und vitaminreich ernähren. Reichlich Obst und Gemüse ist da die beste Wahl. Zudem immer genug trinken. Wer es nicht schafft, sich ausgewogen zu ernähren, kann ergänzend auf Vitaminpräparate zurückgreifen. Lassen Sie einen Mangel von Ihrem Arzt checken. Selbstanalyse hat wenig Sinn.

NÜCHTERN TRAINIEREN

Wer morgens ohne Essen fährt, verbessert die Fettverbrennung – eine alte und falsche Weisheit. Das gespeicherte Glykogen im Muskel ist über Nacht nicht weniger geworden. Nur das Leber-Glykogen, das für den Blutzuckerspiegel verantwortlich ist, sinkt über Nacht. Wer nun morgens auf nüchternen Magen trainiert, verbrennt nicht mehr Fett, da der Muskel noch genug Energie gespeichert hat. Nur das ohnehin schon niedrige Leber-Glykogen sinkt in den Keller. Je länger die Ausfahrt dauert, desto stärker beginnt Ihr Körper als Notlösung vermehrt Aminosäuren (Ihre Muskeln) abzubauen, um daraus Glukose-Nahrung für das Nervensystem und Gehirn neu herzustellen. Diese Aminosäure-Verbrennung führt zum Abbau von funktionellen Strukturen wie Bluteiweiß, Muskulatur und Immunkörper. Schlicht und ergreifend: Sie betreiben Raubbau. Das ist gesundheitlich natürlich nicht nur bedenklich sondern dumm. Zudem belasten Sie den Kreislauf unnötig. Also, lieber morgens etwas essen und erholter in den Tag starten.

Video MTB Essen

Bilder MTB Essen

99%
99%
Bewertung

MTB Essen - Haben Sie an Sylvester im Rausch der Vorsätze auch geschworen, dass jetzt die Fettpolster endlich verschwinden? Sie begannen zu biken, laufen, stemmten Gewichte, futterten Gemüse, tranken Wasser, grünen Tee, lasen Goethe statt Auto-Motor-Sport – ein Radikalschnitt eben. Doch sechs Tage später schlich sich der erste Schoko-Riegel ein, dann der zweite. Am Tag darauf kam ein Bierchen dazu. Und schon hatten sich die guten Vorsätze wieder erledigt. Ihr Vorhaben scheiterte, sowohl physisch als auch psychisch, und die Waage beziffert heute: Der Geist war willig, das Fleisch auch. Aber beide sind offenbar einfach zu schwach.

    War der Artikel hilfreich?
  • User Bewertungen (1 Stimmen)
    9.8
Weitersagen:

Kommentare